Kategorie: Biographiearbeit

April, Geburt, 1. Jahrsiebt

April, Geburt, 1. Jahrsiebt

Unglaublich, dieser Aufbruch der Natur in der Frühlingszeit. Keimlinge bohren sich durch die Erde, schieben altes Laub beiseite oder durchstoßen es gar, Knospen werden dick und springen auf. Welch Lebenskraft! Ebensoviel Lebenskraft braucht es, um eine Geburt zu durchstehen, jedes Mal ist es für Mutter und Kind auch eine Begegnung mit dem Tod, eine Extremsituation wie sonst nur in Ausnahmefällen wieder im Leben. Das Kind kommt an und ist schutz- und hilflos. Voller Vertrauen, dass sich jemand seiner annimmt, dass es bekommt, was es zum Leben braucht und dass es lernen darf, wie man sich in dieser Erdenwelt verhält. Alles ist neu: das Atmen, das Verdauen, das Bewegen, das Sprechen lernen, das Verhalten, das Aufrichten, das Denken und auch das Sozialverhalten. Und langsam verbindet sich die Seele mit dem Erdenkörper, gestaltet und formt ihn, so gut es eben geht unter all den Bedingungen, die sie vorfindet.  Seinen Abschluss findet dieses Ausgestalten im Bilden der eigenen individuellen Zähne. Man kann sich fragen: Wie waren meine Bedingungen? Was habe ich bekommen, wovon zuviel, wovon zu wenig? Wie habe ich gelernt, damit zu kooperieren, mich den Gegebenheiten anzupassen, weil davon mein Überleben abhing? Welche Verhaltensmuster haben mir geholfen? Brauche ich sie heute noch oder kann ich sie ablegen? Als kleines Kind ist der Mensch sehr offen, wie ein Teil seiner Umgebung, nimmt alles tief auf und es prägt seine Körperlichkeit. Das ist notwendige Voraussetzung für den unglaublich großen Lern- und Entwicklungsprozess in dieser Zeit. Doch damit prägt es unseren Körper, den wir unser Leben lang brauchen. Es sitzt tief. Doch es gibt Möglichkeiten, auch dies zu bearbeiten. Z.B. in einer Therapie.

März und Schwangerschaft

März und Schwangerschaft

Schneeglöckchen, Krokusse, Märzenbecher setzen erste bunte Farbtupfer, die Kraniche sind über uns nach Norden gezogen, die Lerchen jubilieren über den Feldern. aber noch ist es (wieder) kalt, noch hat der Frühling nicht begonnen, noch liegt das welke Herbstlaub, wenn gleich der Frühlingssturm tüchtig aufräumt.
Diese Zeit,in der wir oft so voller Erwartung sind, können wir im Lebenslauf vergleichen mit der Zeit vor der Geburt. Das Kind kündigt sich an, wird sogar indirekt sichtbar, bewegt sich, alle sind in Erwartung, aber noch ist es nicht geboren. Noch gibt es nur die leise Ahnung, was für ein Wesen da auf die Welt kommen will.
So möchte ich anregen, sich die eigene Schwangerschaft wieder ins Gedächtnis zu holen.Wie war damals die Lebenssituation meiner Eltern, wie haben sie sich vorbereitet auf mich, gab es besondere Ereignisse, haben sie mich lange ersehnt oder bin ich so plötzlich hereingeplatzt wie neulich die warmen Frühlingstage? So wie wir auf die Welt kommen, schreiben wir eine ganz individuelle Signatur unserer Individualität in die Welt hinein.
Und immer wieder erleben wir auch weiter im Lebenslauf solche Zeiten der „Schwangerschaft“, in denen sich neues vorbereitet.